SARS-CoV-2-Epidemie

 

Seit Anfang 2020 hält uns dieses Virus in Atem, persönlich, regional, weltweit. Ein Krankheitserreger, der plötzlich um die Ecke kommt, alles durcheinanderbringt, Existenzen bedroht und wegen dem viele Menschen sterben müssen.

Aber worin besteht der Unterschied zwischen der aktuellen Covid-19 Epidemie und z.B. der Grippewelle 2017/2018, bei der 25.000 Menschen in Deutschland gestorben sein sollen? Warum sind aktuell einschneidende Schutzmaßnahmen notwendig, aber nicht bei schweren Grippewellen? Weil der Vergleich nicht korrekt ist.

Beim Vergleich der Sterbefälle der echten Influenza und Covid-19 muss man vorsichtig sein. Denn bei den häufig zitierten 25.000 Todesfällen in der schweren Grippesaison 2017/2018 handelt es sich um eine Schätzung der Übersterblichkeit im Zeitraum der Grippewelle, die das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin jährlich vornimmt. Bei den Covid-19-Sterbefällen handelt es sich dagegen nicht um eine Schätzung, sondern um die Summe aller Todesfälle bei Patienten mit laborbestätigter Infektion.

Wenn man also die aktuelle Covid-19-Todesfallzahl mit der Anzahl der Grippetoten von 2017/2018 vergleichen möchte, darf für die Grippe auch lediglich die Zahl der Todesfälle bei laborbestätigt Influenza-Infizierten herangezogen werden. Diese lag laut RKI-Saisonbericht bei 1.674 Todesfällen.

Covid-19 unterscheidet sich deutlich von einer Grippe. Zum einen überträgt sich die Erkrankung deutlich effizienter als die Grippe, zum anderen sind die Raten an schwer Erkrankten, an beatmungspflichtigen Patienten und die Sterberate höher. Das ist eine völlig andere Dimension.

Quelle: Pharmazeutische Zeitung vom 26.03.2020